Mautgebühr in den Niederlanden - auch für Deutschland?
Autofahren soll in Holland nach gefahrenen Kilometern, nicht nach dem Fahrzeug besteuert werden. Prof. Herbert Baum, Verkehrswissenschaftler in Köln, sagt: "Wachstumsfeindlich, ökologisch zweifelhaft, teuer und sozial ungerecht" : Sozial schwache Pendler würden sehr hart getroffen. Das Ziel, Vielfahrer mit spritfressenden Autos stärker zur Kasse zu bitten als Wenigfahrer in umweltfreundlichen Kleinwagen, werde durch Mineralöl- und Ökosteuer erreicht.
Zu hohe Kosten: Pro PKW 150,- € für ein Gerät und enorme Kosten für den Betrieb und die Abrechnungsbürokratie
Gravierende Eingriffe in den Datenschutz! Nicht nur Kennzeichen, sondern auch Entfernungen und Fahrtstrecken müssten gespeichert werden.
Dr.Volker Kaufmann
Dagegen: Professor Ferdinand Dudenhöffer, Uni Essen-Duisburg:
Es sei unsinnig, ein kaum genutztes Auto mit demselben Betrag zu besteuern wie einen Wagen, der jährlich 100.000 Kilometer fährt. Die Spritpreise werden von den Mineralölfirmen bestimmt, ob diese die Erhöhung der Steuer weitergeben, hängt vom Markt ab, bleibt also ihnen überlassen.
Die angeblichen Startinvestitionen von sechs Milliarden Euro seien weit übertrieben, es reichen einfache Geräte mit einer Technik, die in jedem Handy steckt, Kostenpunkt ca. 20 € pro Gerät. Datenschutz sei gewährleistet: Auch jeder Handybenutzer könne lückenlos überwacht werden. Auch das Argument dagegen, durch die Maut werde nicht erfasst, ob jemand Wege umweltschädlich mit Vollgas oder umweltfreundlich mit moderater Geschwindigkeit zurücklege, weist Dudenhöffer zurück: In den Niederlanden gilt Tempo 120, da macht das ohnehin keinen Unterschied. Außerdem soll in Holland die Kilometersteuer nach Autogröße und Schadstoffausstoß gestaffelt sein.
Wir schlagen vor, erst Mal das Modell der Niederländer zu beobachten.
20.11.09
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